Anne Freytag

Gott übertrifft alle Erwartungen

Ich hatte eine liebevolle Kindheit, wenn sie auch durch die schwierige Ehe meiner Eltern nicht ganz ungetrübt war. Für meinen Bruder und mich gehörten Christenlehre, Konfirmation und Junge Gemeinde dazu, ebenso wie ab und zu ein sonntäglicher Gottesdienstbesuch. Auch wenn ich vor allem in der Jungen Gemeinde Freundschaften und lustige Gemeinschaft erlebte, war der Glaube für mich nicht wirklich lebendig, nur ein Bereich unter vielen in meinem Leben. Ich war gespannt auf das Leben da draußen und wollte Abenteuer erleben. Außerdem war ich neugierig auf Drogen, die versprachen, dass man damit negative Gefühle und Unsicherheit ausschalten kann. Ich suchte Kontakt zur Punkszene, kiffte, trank Alkohol und war viel auf Party. Ich war froh, mein zurückhaltendes Bravmädchendasein überwunden zu haben, saß nun in der Schule ganz hinten neben einem Punk und wir störten den Unterricht.

Tief in mir wusste ich, dass das nicht die Erfüllung war. Immer wenn ich zum Himmel sah, spürte ich, dass ich auf einem gefährlichen Irrweg war und dass mir etwas Entscheidendes fehlte. Ich hatte keinen Frieden. Ab und zu sprach mich Gott durch Menschen an. Eine Freundin aus der Kirche lud mich immer mal ein. Auf einer Reise traf ich spät abends eine junge Frau, von der ich zum ersten Mal hörte, dass ich eine Entscheidung für Jesus treffen musste, damit sein Tod am Kreuz für mich wirksam werden konnte. Ich ahnte, dass das nicht ohne Konsequenzen sein würde, war aber noch nicht so weit. Im folgenden Winter war ich viel krank und in der Schule abgesackt. Meine Eltern hatten inzwischen auch herausgefunden, was mit mir los war. Mir war das sehr unangenehm, dass sie sich so große Sorge machten.

Zu dem Zeitpunkt lud mich eine andere Freundin zu einem Gottesdienst ein. Ich war neugierig und was ich dort erlebte übertraf meine Erwartungen. Ich war in meinem Herzen zutiefst berührt von den Liedern dort, in denen Jesus als König verehrt wurde und total im Mittelpunkt stand. Ich freute mich plötzlich riesig und hätte gleichzeitig gern meinen Tränen freien Lauf gelassen. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass Jesus wirklich lebendig war und dass Er DER KÖNIG war, dem alle Ehre zusteht. Er wollte keine Randerscheinung sein, sondern weil Er am Kreuz alles für mich gegeben hat, wollte Er auch gerne alles für mich sein. Noch am selben Tag sagte ich in meinem Zimmer zu Jesus: „Bitte vergib mir meine Schuld und dass ich bisher ohne Dich gelebt habe. Danke, dass Du am Kreuz für mich starbst. Ich gebe Dir mein Leben hin, bitte komm, erfülle mich und sei Du mein Herr!“ Von da an wusste ich, wofür ich lebe. Die Bibel sprach auf einmal zu mir, wenn ich sie las und ich hatte eine Freude, wie ich sie vorher nicht kannte. Stück für Stück macht Gott mein Leben seit dem neu. Ich weiß, Er geht mit durch alle Höhen und Tiefen. Ich konnte mein Fachabi nachholen, studieren und bin nun sogar nach langem Sehnen glücklich verheiratet und wir erwarten ein Baby. Wenn ich heute zum Himmel schaue, habe ich Frieden in mir. Gott übertrifft wirklich alle Erwartungen!

Lebensgeschichten von Dresdnern